Blitze

Abenteuer Blitzfotografie (1) – Vorbereitungen

Ein Knistern liegt in der Luft. Die Grillen zirpen. Es ist schwül und drückend. Noch sind Sterne über mir zu sehen. Es ist dunkel. Ich stehe alleine auf dem Weinberg in Südwestdeutschland. Vom Letzenberg aus kann man die komplette Rheinebene bei Karlsruhe einsehen, im Hintergrund liegen die Vogesen und der Südschwarzwald. Eine phantastische Sicht. Der Horizont verspricht, was das Radarbild schon andeutete und was ich auf der nächtlichen Anreise schon aus dem Augenwinkel beobachten konnte: Ein noch entferntes Aufleuchten und Zucken fast im Sekundentakt. Doch es wird nicht dabei bleiben. Die Regenradar-Animation auf meinem Smartphone zeigt: Das Gewitter ist in gut einer halben Stunde über mir – bis dahin muss alles vorbereitet sein. Denn der Platz auf dem Berg ist eigentlich kein Ort, an dem man sich bei einem solchen Gewitter aufhalten sollte. Diese Gefahr sorgt für einen leichten Nervenkitzel. Einen kurzen Moment des Innehaltens gönne ich mir noch, das Schauspiel zu genießén. Dann wird die Kamera aufgebaut und das Auto in Position gebracht.

Vorbereitungen, Vorsichtsmaßnahmen

Ich stelle das Auto meist so hin, dass ich noch aus dem Auto heraus mit einem Fernauslöser die Kamera, die auf dem Stativ vor dem Auto steht, bedienen kann. Wenn die Blitze näher kommen und ein Naheinschlag droht, bin ich dann durch den Faradayschen Käfig des Autos einigermaßen geschützt.
Blitze können nämlich durchaus 20-30km  vor dem Gewitter im trockenen, regenfreien Bereich einschlagen. Sie treten dann meist aus dem Amboss der Gewitterzelle aus. Es empfiehlt sich also dringend, das Auto in der Nähe zu haben, denn man ist sonst durchaus in Lebensgefahr. Beim Standort des Autos sollte man darauf achten, dass das Auto nicht unter einem Baum steht oder in einer Senke. Der Baum könnte umkippen oder vom Blitz getroffen werden, die Senke überflutet werden, wenn das Unwetter da ist… ( Ok, es macht auch sowieso keinen Sinn, da man keine gute Weitsicht aus einer Senke hat 😉 ) Der Bildaufbau bei einem möglichem Foto aus dem Auto wird gecheckt und sollte akzeptabel sein.  Die letzten Blitze sind oft die besten… (dazu in der nächsten Folge mehr).

Planen des „Setups“

Meist suche ich mir nach Planung der letzten „Autofotos“ noch einen anderen Platz, wo ich erst einmal ohne Auto fotografiere – um unterschiedliche Vordergründe zu dem Gewitter zu haben. Die Vordergründe sind nicht zu unterschätzen, denn ein guter Vordergrund macht ein Blitzbild letztendlich unverwechselbar. Je nach Gewitter (man kriegt ein bisschen Erfahrung, welche Fronten dazu neigen, viele Querschläger zu produzieren, die außerhalb des Gewitters hinuntergehen) entscheide ich dann, wann ich die Spots wechsle und mich in Sicherheit begebe.

Das (schwere) Stativ – ein wichtiger Begleiter…

Als Stativ nutze ich ein schweres, altes Manfrotto Videostativ, welches ich in den Ebay-Kleinanzeigen gekauft habe… Seitdem ich dieses Stativ nutze, habe ich keine bösen Überraschungen mehr erlebt. Niemals vergessen werde ich die Nacht auf dem Steppenberg in Aachen, als eine Windböe mein Alustativ umstieß und meine erste Digitalkamera schrottete: Die 300d von Canon war danach unbrauchbar. Ich würde deshalb dringend ein schweres Stativ für Blitzfotografie empfehlen. Plötzliche Windböen sind bei Blitzgewittern in der Nacht immer möglich – da die Abwinde in den Gewitterzellen irgendwann aus den Zellen herauswehen können. Beim Manfrotto passiert das nicht – es kann selbst schwere professionelle Videokameras problemlos tragen. Darüber hinaus sind die Erschütterungen, die durch Wind bei Langzeitbelichtung auftreten können, extrem minimiert und die Bilder werden schärfer.
Da ich bei der Blitzfotografie sowieso immer ein Auto in der Nähe habe, entfällt auch das Problem, dass man das Stativ weit herumschleppen muss.

In der nächste Folge:

„Wie erwische ich einen Blitz?“

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